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Salon Fluchtentier goes Eremiten-Presse

14. November 2019

Donnerstag, 14. November 2019 I 19.30 Uhr

kunstbühne portstrasse I  Hohemarkstraße 18 I 61440 Oberursel

Eintritt: 10 Euro

Vorverkauf: Buchhandlung und Antiquariat Marion von Nolting, Kumeliusstraße, Oberursel und Abendkasse

 

Es ist jetzt schon eine richtig feine Tradition geworden:

Jedes Jahr im Herbst pflegen wir auf immer neue Weise die Erinnerung an den fabelhaften Verleger Victor Otto Stomps, der zwischen 1954 und 1967 im Schloss Sanssouris in Oberursel-Stierstadt junge Autor*innen zu ihren ersten Veröffentlichungen verhalf. In eigensinniger Unabhängigkeit, am Rande des  Literaturbetriebs und jenseits aller ökonomischer Überlegungen bot Stomps ihnen die nötige „Spielwiese […], auf der sich die jungen Talente austummeln“ konnten. Er beschäftigte sich ausgiebig mit ihren Erstlingen, kritisierte behutsam, machte Verbesserungsvorschläge, ermutigte zur eigenen Sprache, zum eigenen Ausdruck. Er dachte sich Themen aus, wie etwa für das „Kochbuch für Feiertage“ (1964), und forderte seine jungen Leute auf, dafür Texte zu liefern. Creative Writing im Stierstadt der 1950er und 60er Jahre! Und –  keine Frage – unter den damaligen Autoren und Autorinnen waren bereits eine ganze Reihe, die heute zu den bekanntesten deutschsprachigen Schriftstellern und Dichterinnen zählen, wie Christa Reinig, Christoph Meckel, Gabriele Wohmann oder Guntram Vesper, um nur einige von ihnen zu nennen. In den 60er Jahren hatte es Stomps geschafft: Die Eremiten-Presse hatte sich zu einer literarischen Instanz mit besonderem Profil gemausert und genoss unter den Bücherleuten hohes Ansehen.

 

Dieses Mal freuen wir uns besonders, gilt es doch 2019 an ein Eremiten-Jubiläum zu erinnern: Denn vor genau 70 Jahren gründete 1949 V.O. Stomps in Frankfurt seine Eremiten-Presse, seinen „bibliophilen Verlag für Dichtung und Kunst“. Und wie wir das in diesem Jahr feiern möchten, hätte Stomps sicher gefallen: Dieses Mal haben wir nämlich drei Lyriker*innen des Frankfurter Salons Fluchtentier zu Gast, drei junge Leute, die mit unglaublich viel Ps die aktuelle Poesie bereichern, jeder auf seine Weise, und uns überraschende Blicke auf das Leben, auf die Welt ermöglichen.

 

 

korr-0892Da ist Ute Paul. Sie interessiert das Verhältnis zwischen Poesie und Naturwissenschaft, hat sie doch Physik, Mathematik und Publizistik studiert. Aber auch 2013 an Kurt Drawerts Textwerkstatt teilgenommen. Ab da war es um sie geschehen: Sie schreibt nun Lyrik im Balanceakt aus plastischem Erzählen und Abstraktion, aus Fachjargon und Metaphernfülle und hat für sich eine  eigene poetische Sprache gefunden, die auch uns als ihre Leser neue neue Räume erschließt. Ihre Texte sind in verschiedenen Literaturzeitschriften veröffentlicht, darunter im “Poesiealbum”

 

 

MartinPiekar1 KopieDa ist Martin Piekar (*1990), der eigentlich gar kein Neuling mehr ist, sondern bereits zwei sehr beachtenswerte Lyrikbücher im Verlagshaus Berlin veröffentlicht hat: 2014 Bastard Echo und 2018 AmokperVers. 2012 gewann er den OPEN MIKE in der Kategorie Lyrik. In Martin Piekars Gedichten glaubt man den heißen Atem Charles Bukowskis zu hören. Die Entwicklungen und Verwerfungen der Gegenwart lassen ihn nicht unberührt, aber auch die Sehnsucht nach Welt und die Suche nach einer Haltung in ihr treibt ihn um. Und das Beste: Martin Piekar, der Dichter, wird nun bald als Lehrer für Philosophie und Geschichte junge Menschen unterrichten.

 

Foto_KatrinPitzkleiner

Und da ist Katrin Pitz, 1989 in Marburg geboren. Sie hat kein Literaturinstitut besucht. Sie hat nicht Literaturwissenschaften studiert, sondern Maschinenbau an der TU Darmstadt. Nach einem kurzen Intermezzuo als als Zuverlässigkeits- und Entwicklungsingenieurin, arbeitet sie seit 2016 als wissenschaftliche Mitarbeiterin erneut an der TU Darmstadt. Sie ist bereits mehrmals preisgekrönt, so beim Treffen Junger Autoren und beim Jungen Literaturforum Hessen-Thüringen. 2015 Stipendiatin des Klagenfurter Literaturkurses. In diesem Jahr war sie Teilnehmerin der Darmstädter Textwerkstatt und las beim Literarischen März ebenfalls in Darmstadt . Sie veröffentlicht in Zeitschriften und Anthologien. (Gudrun Dittmeyer)

 

 

Die Veranstaltung wird gefördert vom KSFO e.V. und dem Hessischen Literaturforum im Mousonturm.

 

 

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