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Bibliophilie der Armut. Die Buchkunst der Eremiten-Presse

25. Oktober 2016

Nicht nur als Verleger, sondern auch als Drucker entwickelte V.O. Stomps eine eigenwillig-markante Note. Denn nicht nur dass er junge talentierte Grafiker ebenso animierte und förderte wie junge Dichter, sondern auch ein besonderes Geschick aus den schwierigen Nachkriegsbedingungen und der persönlichen, finanziell prekären Situation das Beste zu machen, trägt hier zur besonderen Profilierung des Verlages bei. Es wird auf alles gedruckt, was gerade zur Verfügung steht:  Packpapier, Druckabfälle, Wellpappe. Bereits 1949 entwickelte Stomps ein neues Verfahren für Illustrationen, welches er „Texturdruck” (Herstellung eigener Druckstöcke aus Alltagsmaterialien wie Schnur, Karton, Stoff, Heftklammern…) nannte und später zur „In die Maschine gemalt“ weiterentwickelt wurde. Und nicht zuletzt Stomps Gespür für die Typographie machte aus den Eremiten-Büchern eigenwillige Kunstwerke.

Dr Stefan Soltek, der  Leiter des Klingspor Museums Offenbach für internationale Buch-und Schriftkunst wird in seinem Vortrag diese Gestaltungsansätze thematisieren.

Die Inhalte des Vortrags selbst werden mit der Präsentation einer Reihe graphisch und gestalterisch bemerkenswerter Veröffentlichungen aus der Eremiten-Presse haptisch erfahrbar gemacht und zeigen ein bemerkenswertes Maß an Experimentierfreude und Neuerungen im Buchdruck der 50er und 60 er Jahre.

 

25. Oktober 2016

Zeit: 19.30 Uhr

Klingspor Museum, Offenbach

 

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